Du bist mitten in der Unternehmensgründung und stellst dir die Frage, wie es eigentlich mit dem Thema Steuern läuft und was du allgemein beim Gewerbeanmeldung beachten musst? Hier erfährst du alle wichtigen Informationen rund um das Thema Dropshipping Steuern und Gründung.

Steuerberater nutzen

Bei deiner eigenen Recherche rund um das Thema Steuern und Unternehmensgründung solltest du nur auf essentielle Informationen achten. Es reicht, wenn du die Basics kennst und weißt, wie es funktioniert. Für alles Weitere gibt es den Steuerberater, der Fragen rund um die Steuern klärt und sich darum kümmert. Somit ist es sehr empfehlenswert direkt von Anfang an einen Steuerberater zur Seite zu ziehen und mit dem zusammenzuarbeiten.

Gewerbeanmeldung

Sobald man einen eigenen Onlineshop aufbaut, übt man eine gewerbliche Tätigkeit aus. Hierbei möchte das Finanzamt wissen, woher die Einnahmen kommen und in welcher Höhe diese vorhanden sind. Genau aus diesem Grund brauchen wir ein Gewerbe. Dies sollte der erste Schritt sein, wenn man mit dem Gedanken spielt sich selbstständig zu machen. Die Gewerbeanmeldung ist nicht sonderlich schwer und teuer.

In vielen Städten ist es möglich, dies direkt Online zu machen. In den kleineren Kreisen muss man häufiger noch zum Rathaus und dies dort handschriftlich ausfüllen. Um genau herauszufinden, wie dies bei dir funktioniert, google einfach “Gewerbeanmeldung DEINESTADT”. Hier solltest du sofort einige Informationen finden, wie es bei dir in der Umgebung funktioniert. In der Gewerbeanmeldung gibt es ein Feld, in dem du die Tätigkeiten, die du ausführen möchtest genauer beschreiben sollst.

Hier kannst du Dinge wie beispielsweise “Verkauf und Import von physischen Produkten” reinschreiben. Wichtig zu wissen ist auch, dass du nur ein Gewerbe für verschiedene Onlineshops brauchst. Du musst nicht für jeden neuen Onlineshop ein eigenes Gewerbe beantragen. 

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Sobald du die Gewerbeanmeldung gesendet hast, bekommst du nach einiger Zeit Post vom Finanzamt. Hierbei handelt es sich um den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Hin und wieder kommt es vor, dass dieser nicht per Post kommt. Wenn dies bei dir der Fall ist, dann kümmere dich bitte selber darum und telefoniere mit deinem zuständigen Finanzamt und lasse dir einen schicken.

Empfehlenswert ist es, die Gewerbeanmeldung und den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung parallel auszufüllen und abzuschicken. Den Fragebogen kannst du dir auch auf der Website deines Finanzamtes kostenlos herunterladen. In dem Fragebogen musst du nochmal angeben, was deine Tätigkeiten sind. Wichtig ist es auch, nicht die Einzelunternehmerregelung auszuwählen. Es ist sinnvoll in der Gründungsphase die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen.

Sobald der Fragebogen vom Finanzamt bearbeitet wurde, bekommst du eine Steuernummer zugewiesen. Manchmal kommt es vor, dass man auch direkt eine USt-ID zugewiesen bekommt. Mach dir da keine Gedanken, denn es ist nicht negativ eine Umsatzsteuer-ID zu haben, auch wenn diese noch nicht im Gebrauch ist. Jedoch solltest du in diesem Fall noch einmal bei deinem Finanzamt anrufen und nachfragen, ob alles seine Richtigkeit hat. Sobald du dies alles erledigt hast, kannst du mit deinem Unternehmen starten.

Warum sollte man mit der Kleinunternehmerregelung starten?

Die Beanspruchung der Kleinunternehmerregelung bietet einige Vorteile:

  • Als Kleinunternehmer können Einnahmen bis zu 22.000€ jährlich steuerfrei eingenommen werden
  • Keine Umsatzsteuer muss abgeführt und gemeldet werden
    • Natürlich darfst du dann auch keine USt in deinem Onlineshop einnehmen
  • Vereinfachte Buchführung in Form einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)
    • Am Anfang kein Buchhalter nötig
  • Günstigere Preise im Onlineshop möglich, da keine USt

Die Buchführung mit der Kleinunternehmerregelung ist relativ einfach, da du einfach nur deine Einnahmen und deine Ausgaben sammeln musst und diese dann in einer EÜR auflisten musst. Die EÜR musst du dann immer im darauffolgenden Jahr rückwirkend für das letzte Jahr an deine Einkommensteuererklärung anhängen.

An der EÜR wird der Gewinn deines Unternehmens gemessen und mit welchen Kosten dieses deine Einkommenssteuer erhöht. Hierfür gibt es viele kostenlose Vorlagen oder du benutzt gleich von Anfang an ein Buchhaltungsprogramm, welches die EÜR automatisch erstellt. Wichtig zu wissen ist auch, dass du auf allen Rechnungen durch einen Satz wie z.B.: “*Umsatzsteuerfreie Leistungen gemäß §19 UStG. “ auf die Kleinunternehmerregelung hinweisen musst.

Jedoch gibt es auch ein paar Nachteile:

  • Du kannst die Mehrwertsteuer nicht abführen
  • Für Rechnungen von internationalen Unternehmen greift Reverse-Charge-Verfahren
    • Facebook stellt für die geschaltete Werbung keine MwSt aus
      • Du bist für die Besteuerung in Deutschland selber verantwortlich
      • Bsp.: Aus 100 € Rechnungsbetrag werden als Kleinunternehmer 119 €
      • Als Personengesellschaft oder Einzelunternehmern muss nichts abgeführt werden
  • Für Umsatzsteuernachzahlung am Ende des Jahres bereit sein

Dinge die bei der Kleinunternehmerregelung zu beachten sind

Es kann sein, dass du dein Unternehmen startest und in den ersten Monaten keine hohen Umsätze erzielst. Du hast in dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung auch dein Einkommen moderat geschätzt, so dass du auf jeden Fall unter den 22.000 € im Jahr bleibst. Nun ist es aber der Fall, dass du auf einmal einen extremen Umsatzanstieg verzeichnest, weil du beispielsweise ein Winning Product gefunden hast und dieses sich sehr gut verkauft.

Spätestens jetzt solltest du einen Steuerberater aufsuchen, der sich mit der Thematik auskennt. Mit dem solltest du nun gemeinsam eine Stellungnahme für das Finanzamt vorbereiten, in der geschrieben steht, dass der Umsatzanstieg nicht absehbar war. Im Normalfall wird das Finanzamt sagen, dass du für das laufende Jahr in der Kleinunternehmerregelung bleibst, du aber ab dem 1.1 des nächsten Jahres als Einzelunternehmer gemeldet bist und somit normal die Umsatzsteuer ausweisen musst.

Ablauf als Einzelunternehmer

  • Von deinen Einnahmen müssen 19 % direkt an das Finanzamt abgeführt werden
    • Entweder übernimmt Buchhalter dies oder eine Buchhaltungssoftware
  • Gewerbesteuer ist von Standort abhängig (Quartalsweise Zahlung)

Fazit zum Start

Am Anfang ist es noch nicht so relevant Tools zur Buchführung etc. zu benutzen oder alles direkt richtig zu machen. Fülle deine Gewerbeanmeldung und den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung aus und mach dir nicht so viele Gedanken. Wichtig ist es einfach zu starten und Umsatz zu generieren. 

kevubhe

Kevin Helfenstein (Autor)

Kevin absolvierte die Realschule mit einem durchschnittlichen Abschluss. Vom gelernten KFZ Mechatroniker mit einer Lernschwäche avancierte er zum Online Marketer und zu einem der besten E-Commercler im deutschsprachigen Raum.

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